Wenn ich DAS vorher gewusst hätte… Teil der Sommer-Blogparade Claudia Kauscheder

Ja, wenn ich DAS gewusst hätte, hätte ich mich nicht selbstständig gemacht!
Und doch bin ich so unendlich froh, es zu sein.
Wie das zusammengeht, versuche ich hier mal in Kurzform zu beschreiben.

Und meine Learnings (Lernprozesse) daraus.

Ich bin Kirchenmusikerin, nach meinem Studium gab es eine hauptamtliche Stelle für mich: 50% Bezahlung 100% Arbeit plus eigenes Aufbaustudium. Dann kamen die vier Kinder. Nach acht Jahren nebenamtlich und ganz neu in das Orgelspiel eingestiegen. Aus dieser Zeit resultiert das, was ich heute als Orgelcoaching aufgrund der eigenen Erfahrung und des Umsetzens in eine Methode weitergeben kann.

Nach 10 Jahren wurde mir klar: Breite die Schwingen aus und fliege los!

Die Nische: Familienkonzerte, mein Pfund: Die Vielseitigkeit. Großes Orgelprogramm, gehobene Unterhaltung zu Feiern samt gehalt- und humorvoller Moderation, jedes Jahr eine kleine Tour mit Sängerin oder Instrumentalist- ich hatte viel Freude an der Kreativität, Programmgestaltung, Werbung dafür, Zusammenarbeiten (letztendlich ein leider immer enttäuschendes Kapitel…) und begeisterte Kunden, viele Wiederholungstäter, Nachfolgegeschichten der Biene Beatrix…

Es gab immer Punkte an denen ich dachte, ich hätte es ‚geschafft‘ (lokale Promihochzeiten, umjubelter Auftritt in der Marktkirche, erste Festival-Teilnahme mit der Biene Beatrix), aber nein- alles hatte sich totgelaufen wegen der Wirtschaftskrise, dem demographischen Wandel und der daraus resultierenden Sparrunden in den Kirchen aller Konfessionen. Die Glanzpunkte waren alles andere als glanzvoll, sondern schlecht oder gar nicht bezahlt.

Also Umschwenken auf regelmäßige Einnahmen:

Chorleitung – (m)ein Trauma- aber: Es lief. Ich lernte schnell, wurde immer besser, hatte Spaß!!!
Drei Abende in der Woche (plus Auftritte aller Art) 120 Menschen entertainen, das ist schon was!
Plus die Schüler, Lehrer…  Es war anstrengend, gegen meinen Biorhythmus, aus diesen drei Jahren stammt ein stattliches Übergewicht. Dann privater Schicksalsschlag, Stimme weg, Chöre weg.
Zum Glück war da schon die Musikschule da, das Familienprojekt, für das unser Herz schlug.
Also alle Kraft da hinein, gelegentliche Konzerte, fast jährlich weitere Kurse, die ich konzipierte, neue Arbeitsbereiche, Fortbildungen machen.

Selbst und ständig, kann das so weitergehen????

Zeit-gegen-Geld-Tauschen bei den miesen Stundensätzen im musikalischen Bereich? Die Leitung der Musikschule zu umfangreich an Stunden und unbezahlt… Immer Interesse an der Onlinewelt, ist ja für alle Arbeitsbereiche sinnvoll, ein Verlag ist ja auch noch da! Also Kurse, Kongresse, Webinare, Knowhow ohne Ende hineinschaufeln (Ich liiiiebe es…), den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen und nach einiger Zeit besonders dankbar sein, dass man gerade auf die Richtigen gestoßen ist und das richtige Bauchgefühl hatte – im Gegensatz zu früher! Fortschritt!

Aber Umsetzen muss man halt selbst.
Und: Umsetzen führt (irgendwann) auch zu Umsatz!

WordPress, Onlinebusiness, Newlettertool, Marketing- alles irgendwie ‚nebenher‘.
Und wieder muss ich mich umorganisieren. Claudia Kauscheder gibt die hilfreichsten im Alltag verwendeten Tipps: 1-Min-ToDo-Liste, Trello, Redaktionsplan…

Für die Abeit AM Business muss Zeit sein, besser strukturieren, alles muss vorkommen.
Für Konzerte ist kein Platz??? Ist Orgelspielen mein altes Leben? Es fehlt mir so sehr…
Und dann war da doch die Affirmation:

Ich verdiene mein Geld mit allem, was mir Spaß macht!

Der Weg ist weit, Videos drehen lernen, Webinare ausarbeiten u.v.m., aber: Ich liiiebe es, zu lernen.
Ich will niemals stehenbleiben – und darum ist die Selbstständigkeit für mich goldrichtig. Ich mag es allein Werbung zu erstellen, Konzepte auszuarbeiten, ich mag den Kontakt mit Menschen in Beratungsgesprächen, im Unterricht, ich liebe das eigene Üben – und meine Freizeit im Garten, mit Familie… Und ich habe den Mut Neues zu machen, die Fähigkeit zuzuhören und auf die Kunden einzugehen. Also: Kürzer getreten in der Musikschule, um einen Tag Homeoffice zu gewinnen:

Einkommenseinbuße, um einmal mehr zu verdienen.

Die Krux: Kein Geld zum Abgeben, denn in der Technik, da hätte ich schon gern Hilfe.

Wie wird sich das Leben sortieren?

Das bleibt zu steuern, aber auch abzuwarten. Ich habe MICH durch meinen Weg gefunden und werde merken, ob es für mich richtig ist und wie es weitergeht.
Das kann mir niemand nehmen.

Meine wichtigste Lektion: Immer mehr weglassen, den Kern herausschälen, die einfachste, zielgerichtetste Form finden – und Zeit einkalkulieren.
Es braucht alles seine Zeit.

Work in progress 😉

Birgit Desch

P.S.: Wer noch mehr über meine 10 Jahre Selbstständigkeit wissen möchte: Hier.

Wenn ich DAS vorher gewusst hätte…

4 Gedanken zu „Wenn ich DAS vorher gewusst hätte…

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